Naturschutzprojekt in Thüringen

07.04.2014

„Urwald von morgen“ - Naturschutzprojekt „Hohe Schrecke“ in Thüringen

Die „Hohe Schrecke“ in Thüringen, eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands, soll zum „Urwald von morgen“ werden.
Der Bund fördert die Naturstiftung David mit rund 9 Mio. Euro und ermöglicht ihr damit, im Projektgebiet 1700 Hektar Wald aus der Nutzung zu entlassen – dieses Gebiet kann sich dann ohne menschliches Eingreifen in einen Urwald zurückentwickeln. Auf weiteren 4000 Hektar soll zukünftig nur noch besonders naturnahe Forstwirtschaft betrieben werden. Neben der Land- und Forstwirtschaft sollen auch Regionalentwicklung und Tourismus in das bundesweit beispielhaft naturverträgliche Management des Gebietes einbezogen werden.

Das Gebiet „Hohe Schrecke“ ist für den Naturschutz in Deutschland bedeutsam, da sich hier einer der größten Buchenwälder Mitteleuropas befindet, sowie viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten vorkommen, wie etwa die Wildkatze, 14 Fledermausarten, Grauspecht, Raubwürger, Wendehals und Kammmolch sowie 220 Großpilzarten und Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut.

Die Naturstiftung David ist eine vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V., Landesverband Thüringen (BUND Thüringen) im Jahr 1998 gegründete Stiftung zur Förderung des Natur- und Umweltschutzes in den neuen Bundesländern. Aus den Erträgen des unter nachhaltigen Gesichtspunkten angelegten Stiftungskapitals in Höhe von 3,65 Millionen Euro werden vor allem Projekte in den Bereichen „Naturschutz“, „Erneuerbare Energien“ und „Energieeinsparung“ finanziert.

An der Gründung war Rechtsanwalt Bernhard Schmitz maßgeblich beteiligt, da er den damals spektakulären Prozessvergleich „Goldisthal“ formuliert hatte, der den Weg zum Bau des gleichnamigen Pumpspeicherwerks freimachte, im Gegenzug aber das Kapital zu der Stiftung erbrachte.
Die Technologie des Pumpspeicherkraftwerks dient der Energiespeicherung und wird im Zusammenhang mit der Energiewende zunehmend bedeutsam werden.

Die Naturstiftung David hat die erste Projektphase, die Erstellung des Entwicklungs- und Pflegeplans für das Gebiet, abgeschlossen und beginnt nun damit erste Maßnahmen umzusetzen:
- Eichenwald und Streuobstwiesen werden neu gepflanzt
- Bäche renaturiert
- wichtige Flächen gekauft
- Waldbesitzer für ihren Nutzungsverzicht entschädigt

Das Projekt wird gefördert im Rahmen der nationalen Strategie der Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt.

http://www.naturstiftung-david.de


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