Bosco Verticale (Mailand/Italien): Die „bewaldeten Hochhäuser“, entworfen vom Büro des Architekten Stefano Boeri, gewinnen den Frankfurter Hochhauspreis.

20.11.2014

Die Jury unter dem Vorsitz des renommierten Architekten Christoph Ingenhoven würdigte die Türme als „Ausdruck des allumfassenden menschlichen Bedürfnisses nach Grün“. Sie sind in der Tat ein anschauliches Beispiel einer Symbiose von Architektur und Natur. Die begrünten Wohnhochhäuser basieren auf einfachen rechteckigen Grundrissen und sind mit 18 bzw. 24 Stockwerken (78 Meter und 121,5 Meter) unterschiedlich hoch. Jede der 113 Wohnungen hat Zugang zu mindestens einer Terrasse oder einem Balkon, der vielmehr ein eigener Garten bzw. ein kleines Waldstück ist – denn es sind mehrere hundert Bäume, die an den Fassaden wachsen, durchmischt mit tausenden von Stauden, Sträuchern und Bodendeckern.

Der Internationale Hochhaus Preis (IHP) wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main ausgelobt. Initiiert wurde der Internationale Hochhaus Preis 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt mit dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank. Seitdem wird er in partnerschaftlicher Kooperation vom Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank organisiert sowie finanziert und im Jahr 2014 zum sechsten Mal verliehen. Planer und Bauherren erhalten gemeinsam den Preis - eine Statuette des international bekannten Künstlers Thomas Demand und ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro.

KOMMENTAR: Hochhausbau ist für die Stadtentwicklung unverzichtbar. Umso begrüßenswerter ist es, wenn Nachhaltigkeit als Trend im Hochhausbau ausgemacht werden kann. Die gestrige Veranstaltung in der Paulskirche war nicht nur gut besucht, sondern inhaltlich anspruchsvoll und hoffentlich richtungsweisend. Das Projekt Bosco Verticale wird den Nachhaltigkeitsgedanken in der Immobilienwirtschaft beflügeln.

Die 26 für die Endauswahl berücksichtigten Entwürfe sind noch bis zum 01. Februar 2015 im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt zu besichtigen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

http://www.dam-online.de/portal/de/Ausstellungen/Start/0/0/77071/mod891-details1/1594.aspx

Autor: Bernhard Schmitz


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