Zulässigkeit der Abstellung eines Profifußballers in die 2. Mannschaft

28.11.2014

Die Entscheidung des ArbG Berlin, Beschluss vom 17.02.2014, Az. 38 Ga 2145/14 (CaS 2014, 260), wonach die Versetzung eines Profifußballspielers in die zweite Mannschaft als rechtmäßig angesehen wird, ist kontrovers aufgenommen worden. Das Gericht argumentierte, dass ein Profifußballer nicht in gleichem Maße schutzbedürftig sei, wie ein "normaler" Arbeitnehmer und durch seinen Berater auf den Inhalt des Vertrages real Einfluss nehmen könne.
Demgegenüber weisen Andere darauf hin, dass es grundsätzlich zur Beschäftigungspflicht des Fußballvereins gehöre, einen als Lizenzspieler tätigen Fußballprofi am Trainingsbetrieb der Lizenzmannschaft teilnehmen zu lassen. Sei der Spieler für die erste Mannschaft eingestellt worden, sei insoweit auch keine Versetzung in die zweite Mannschaft möglich, da dies nicht mehr der Tätigkeitsbeschreibung eines Profispielers entspreche. Dabei spiele es keine Rolle, ob die zweite Mannschaft unter Profibedingungen trainiere.

Kommentar: Eine wirksame Versetzung in die zweite Mannschaft kann auf Grundlage einer entsprechenden Individualabrede oder einer AGB in Betracht kommen. Man beachte nur § 2 des Mustervertrags der Deutschen Fußball-Liga enthaltenen Definition der Arbeitsleistung des Fußballprofis. Dabei handelt es sich um die Hauptleistungspflicht des Arbeitnehmers, die nach § 307 Abs. 3 BGB ausdrücklich nicht der AGB-Kontrolle unterliegt.

Im Falle einer Versetzung in die zweite Mannschaft kann es sein, dass der Spieler in einer Amateurliga trainieren muss. Dadurch verliert er jedoch nicht seinen Status als Lizenzspieler.

Die Grenze dürfte allerdings überschritten, wenn der Spieler in eine Trainingsgruppe versetzt wird, die keine Perspektive auf einen Einsatz in einem qualifizierten Wettbewerb bietet.


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