Fördergelder für neue Verfahrenskombination im Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal

15.10.2015

Der Erftverband KöR erhält rund 2,7 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums. Die Fördergelder kommen der erstmaligen Kombination einer Membranbelebungsanlage mit einer Faulung zugute, durch die Strom gewonnen und Kohlenstoffdioxid-Emissionen reduziert werden können.

Das Gruppenklärwerk Kaarst-Nordkanal in Nordrhein-Westfalen ist mit einer Ausbaugröße von 80.000 Einwohnerwerten die größte Membranbelebungsanlage in Europa. Membranbelebungsanlagen werden mit hohem Feststoffgehalt im Belebtschlamm betrieben, womit eine höhere Schadstoffabbaurate erreicht wird und relativ wenig Überschussschlamm anfällt. Beim Betrieb der Anlage zeigte sich jedoch, dass aufgrund des viskosen Fließverhaltens des Belebtschlamms vor allem bei niedrigen Außentemperaturen ein deutlich höherer Energieeintrag benötigt wird als theoretisch zu erwarten war. Dem wird der Verband durch die flexible Anpassung des Feststoffgehaltes mithilfe einer neu zu errichtenden Vorklärung und einer angepassten Prozesssteuerung entgegenwirken.

Mit dem Vorhaben können durch die Verstromung des Faulgases aus der anaeroben Stabilisierung des Überschussschlamms künftig fast 900 Megawattstunden Strom pro Jahr gewonnen werden. Insgesamt können durch das Vorhaben die Kohlenstoffdioxid-Emissionen um etwa 530 Tonnen pro Jahr reduziert werden.

Mit der geplanten Kombination von Membranbelebung mit anaerober Schlammstabilisierung wird demonstriert, wie eine Anlage wirtschaftlich und mit weit überdurchschnittlicher Reinigungsleistung betrieben werden kann, wobei der Energiebedarf deutlich niedriger liegt als bei anderen in Europa betriebenen Membranbelebungsanlagen.

Das Vorhaben weist insbesondere für Kläranlagen, die eine vergleichsweise geringe Fläche zur Verfügung haben und von denen erhöhte Reinigungsleistungen gefordert werden, einen hohen Modellcharakter auf.


Quelle: BMUB Pressemitteilung 213/15 vom 02.09.2015


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