Energie aus Wind und Sonne wird in Deutschland weiter erheblich wachsen

17.12.2015

Deutschland ist auf gutem Weg, um seine Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien zu erreichen. Das zeigt die Studie der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien, kurz IRENA, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Deutschlands Ziele sind ambitioniert: Bis 2025 sollen bis zu 45 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne stammen. Zehn Jahre später sollen es sogar bis zu 60 Prozent sein.

Der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch in Deutschland hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verfünffacht und ist von sechs Prozent im Jahr 2000 auf etwa 32 Prozent im ersten Halbjahr 2015 gestiegen. Auch die Erzeugungsleistung hat kräftig zugelegt: von 12,3 Gigawatt im Jahr 2000 auf 85 Gigawatt im Jahr 2013. Das ist fast das Siebenfache.

Ein Schlüssel zu noch höheren Anteilen von erneuerbaren Energien sei laut der IRENA-Studie, Erneuerbare künftig verstärkt auch in den Bereichen Wärme und Verkehr einzusetzen.

Die Potenziale dafür seien insbesondere durch die verstärkte Nutzung von Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Biomasse vorhanden. IRENA macht sich zudem für eine frühzeitige und rasche Sektorkoppelung stark, also die vermehrte Nutzung von Strom auch im Wärme- und Verkehrssektor.

Beispiel Wärme: Werden Häuser in Deutschland neu gebaut, müssen Bauherren dafür sorgen, dass die Wärme dafür grundsätzlich anteilig aus erneuerbaren Energien stammt. Das ist gesetzlich im Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) geregelt. Zusätzlich fördert die Bundesregierung den Einsatz von Erneuerbaren, und zwar durch das so genannte „MAP“ – das Marktanreizprogramm. Das Ziel des Programms: noch mehr Haus- und Wohnungseigentümer, Firmen und Kommunen motivieren, bei der Wärmeerzeugung auf die Kraft aus Sonne, Biomasse und Erdwärme zu setzen. Konkret fördert das MAP den Einsatz moderner Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen oder Wärmepumpen.

Beide Maßnahmen (Vorschriften für Neubauten und MAP) zeigen Wirkung: Von 2009 bis 2013 ist der Verbrauch von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien um etwa ein Drittel gestiegen.

Der IRENA-Report bezieht sich auch auf den Bereich Verkehr: Im Jahr 2014 stellten die erneuerbaren Energien 5,6 Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland. Gemeint sind damit zurzeit fast ausschließlich Biokraftstoffe für Autos, Lastwagen, Züge, Schiffe und Flugzeuge. Aber erneuerbare Energien werden auch Schritt für Schritt wichtiger, um Elektroautos anzutreiben. Die Elektromobilität steht für CO2-armes Fahren und verbindet die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne mit dem Verkehrssektor.

Der IRENA-Bericht unterstreicht auch die Vorteile einer Kooperation Deutschlands mit seinen Nachbarländern sowie europäischen und internationalen Partnern: Die Energiewende könne noch weiter an Fahrt aufnehmen, wenn regionale Übertragungskapazitäten gestärkt und erneuerbare Energien beim Erreichen von Klimaschutzzielen auch international eine wichtigere Rolle bekämen. Dafür müssten auch die Strommärkte fit für die Aufnahme immer größerer Mengen fluktuierender erneuerbarer Energien gemacht werden.

Hier ist Deutschland Vorreiter: Erst vor zwei Wochen hat das Kabinett einen Gesetzesentwurf zur Weiterentwicklung des Strommarktes zum sogenannten „Strommarkt 2.0“ und zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Mit Hilfe des vorgesehenen Strommarktdesigns soll die Herausforderung gemeistert werden, Stromerzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Energien miteinander in Einklang zu bringen.

Dass Deutschland in Sachen Erneuerbaren-Ausbau auf Kurs ist, zeigen auch die Prognosen für das Jahr 2015. Nach Schätzungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigt der Erneuerbaren-Anteil im Jahr 2015 an der Stromversorgung voraussichtlich auf 33 Prozent. So hoch war der Anteil noch nie.


Quelle: BMWi Energiewende direkt Newsletter vom 18.11.2015




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