Deutschland-Initiative zur weltweiten Vermeidung von Lachgas-Emissionen

17.12.2015

Mit einer neuen Initiative will Deutschland den Klimaschutz bei der Herstellung von Salpetersäure voranbringen. Ziel ist es, die bei der Gewinnung von Salpetersäure anfallenden Lachgas-Emissionen bis 2020 weltweit zu stoppen. Salpetersäure ist eine Stickstoffverbindung, die auf der ganzen Welt zur Produktion von Düngemitteln verwendet wird. Die Initiative wird am Rande der Weltklimakonferenz vorgestellt und ist offen für weitere Mitstreiter.

Lachgas (chemische Formel N2O) ist ein Treibhausgas, das die 264-fache Klimawirkung von CO2 hat. Bis 2020 sollen alle Anlagen, die zur Herstellung von Salpetersäure verwendet werden, mit einer Lachgas-Minderungstechnik ausgestattet werden. Diese Technik ist bereits entwickelt und verhältnismäßig günstig. Außerdem lässt sie sich rasch in bestehende Industrieanlagen einbauen. Die Minderungskosten betragen im Mittel etwa einen bis drei Euro pro vermiedener Tonne CO2-Äquivalent.
Mit dieser Initiative sollen die Emissionen einer ganzen Branche gestoppt werden. Bis 2020 können so Emissionen mit einer Klimawirkung von mehr als 200 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

In Europa werden Lachgas-Emissionen bereits heute durch den Emissionshandel vermieden. Dafür werden Katalysatoren eingesetzt, die regelmäßig ersetzt werden. In vielen Entwicklungsländern, auch in einzelnen Industriestaaten, fallen die Emissionen dagegen immer noch an.

Deutschland bietet deshalb Information und Beratung an und hält für Partnerländer auch finanzielle Unterstützung bereit. Bedingung ist, dass die Partner bereit sind, die Lachgas-Vermeidung nach 2020 in Eigenregie fortzuführen. Deutschland lädt andere Geberländer sowie an Transformation interessierte Länder ein, sich an einem breiten Aktionsbündnis zur weltweiten Vermeidung der Emissionen aus der Salpetersäureherstellung zu beteiligen. Interessenten können Ihre Unterstützung für die Initiative durch die Unterzeichnung einer Deklaration bekunden. 


Quelle: BMUB Pressemitteilung 335/15 vom 04.12.2015




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