Globale Bestandsaufnahme zur biologischen Vielfalt angelaufen, EU will Umsetzung des Naturschutzrechts forcieren

15.12.2016

Der Weltbiodiversitätsrat hat mit einer umfassenden, globalen Bestandsaufnahme zum Zustand der biologischen Vielfalt und der Dienstleistungen ökologischer Systeme begonnen. Die Bundesregierung unterstützt die Arbeit der Wissenschaftler. Zum Ko-Vorsitzenden des Autorenteams wurde mit Professor Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ein deutscher Wissenschaftler berufen.

Zum Auftakt der Weltbiodiversitätskonferenz im mexikanischen Cancún im Dezember 2016 haben sich Minister aus aller Welt dazu bekannt, die biologische Vielfalt auch in anderen Politikbereichen wie Landwirtschaft, Fischerei, Forst und Tourismus zu verankern.

Nach Ministerin Hendricks können wir ohne grundlegende Änderungen in der Landwirtschaft oder der Fischerei die biologische Vielfalt auf unserem Planeten nicht erhalten. Die Cancún-Erklärung hilft Umweltministerien weltweit bei ihrem Kampf dafür, dass die durchgängige Berücksichtigung der Biodiversität in anderen Politikfeldern zur Selbstverständlichkeit wird. Besonders wichtig ist ihr das Bekenntnis zum Abbau naturschädlicher Subventionen, für das Deutschland sich stark eingesetzt habe.

Bis zum 17. Dezember werden die Staatenvertreter über zahlreiche weitere Themen verhandeln. Dazu gehört die Überprüfung des Fortschritts bei der Umsetzung der Biodiversitätsziele für 2020. Vier Jahre vor diesem Termin ist es höchste Zeit die Anstrengungen erheblich zu verstärken.

Die Umweltminister der Europäischen Union hatten sich bereits Ende 2015 einmütig gegen eine Aufweichung des Naturschutzrechts in der EU ausgesprochen. Die Vogelschutzrichtlinie und die Naturschutzrichtlinie FFH hätten "ihren Wert unter Beweis gestellt" und seien "ein wesentlicher Bestandteil des Biodiversitätsschutzes in Europa". Die Minister waren sich darüber hinaus einig, dass eine verbesserte Finanzierung des Naturschutzes und eine stärkere Berücksichtigung von Naturschutzzielen in der Landwirtschaft nötig seien, um Natur und Artenvielfalt zu erhalten.

Die Europäische Kommission hat nun die Erstellung eines Aktionsplans angekündigt, mit dem die Umsetzung der Naturschutzrichtlinien in den kommenden Jahren gezielt verbessert werden soll.


Quelle: BMUB Pressemitteilung 321/16 vom 12.12.2016


Zurück