Meinung - Biodiversität und IPBES

19.04.2018

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Informationsbriefes,

vorwiegend enthält dieser Informationsbrief Hinweise auf die aktuelle Rechtsprechung. Der Schwerpunkt liegt auf der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts.

Darüber hinaus beschäftigt mich, dass die biologische Vielfalt in allen Regionen der Welt zurückgeht. Diese alarmierende Entwicklung gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch Wirtschaft, Ernährungssicherheit und Lebensqualität der Menschen. Hauptursache für den Rückgang der Biodiversität in Europa ist die zunehmende Intensität der konventionellen Land- und Forstwirtschaft. Europa fördert zwar die Erträge der Landwirtschaft, aber das geht auf Kosten anderer Leistungen der Natur wie Bestäubung oder Bodenbildung. Insgesamt verbraucht Europa mehr natürliche Ressourcen als es reproduzieren kann. In der Europäischen Union weisen daher 27 Prozent der bewerteten Arten und 66 Prozent der Lebensraumtypen einen "ungünstigen Erhaltungszustand" auf. Bei 42 Prozent der bekannten terrestrischen Tier- und Pflanzenarten ist im vergangenen Jahrzehnt die Populationsgröße messbar zurückgegangen.

Das ist das Fazit des Weltbiodiversitätsrats (IPBES), der bis zum Wochenende im kolumbianischen Medellín den Stand der Wissenschaft zur globalen Biodiversität beriet und mehrere Berichte verabschiedete, die nach Meinung des Bundesumweltministeriums fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse wiedergeben. IPBES ist vergleichbar mit ihrer älteren Schwester IPCC für das Klima. Die zwischenstaatliche, wissenschaftspolitische Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen wurde bei der Weltkonferenz für Biologische Vielfalt 2008 in Bonn unter deutscher Präsidentschaft auf den Weg gebracht und 2012 in Panama von mehr als 100 Regierungen gegründet. Ihr Sitz ist in Bonn. Sie hat derzeit 129 Regierungen als Mitglieder und bezieht bei seiner Arbeit zahlreiche Nichtregierungsakteure ein sowie Vertreter des Privatsektors, und wissenschaftliche Organisationen. Mit einem Jahresbudget von 8 Millionen Euro für das Sekretariat verfolgt IPBES das Ziel, das verfügbare Wissen kritisch zu überprüfen und den politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen, um bessere Entscheidungen zu treffen. Das Bundesumweltministerium unterstützt das IPBES-Sekretariat mit 1,5 Millionen Euro jährlich.

Ihr Bernhard Schmitz


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