Immer mehr Behörden kompensieren ihre Dienstreis

13.12.2018

Die Bundesregierung gleicht die Klimagas-Emissionen ihrer Dienstreisen vollständig aus. Dafür hat das Umweltbundesamt (UBA) für alle 2017 angefallenen Dienstreisen Emissionsgutschriften in Höhe von rund 300.000 Tonnen CO2 erworben und gelöscht. Die Gutschriften stammen ausschließlich aus Projekten, die nach UN-Regeln unter dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (englisch Clean Development Mechanism, kurz CDM) zertifiziert worden sind.

Im Jahr 2017 wurden die Pkw-Fahrten und Flugreisen von 121 Ministerien und Bundesbehörden kompensiert. Die Kosten für die Kompensation belaufen sich auf insgesamt 1,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das Kompensationsvolumen deutlich angestiegen, da nun alle Bundesbehörden ihre Dienstreiseemissionen kompensieren, die sich auch am Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesregierung beteiligen.

Die Bundesregierung achtet bei der Kompensation darauf, dass die Minderungsgutschriften anspruchsvolle Qualitätskriterien erfüllen: Entscheidend ist, dass die unterstützten Projekte einen hohen Zusatznutzen für die nachhaltige Entwicklung haben. Sie müssen deshalb neben den UN-Kriterien für eine umweltverträgliche Entwicklung (CDM) noch weitere Kriterien erfüllen. Die Projekte sorgen in den Ländern des Südens für sauberes Trinkwasser, den Bau von Biogasanlagen, die aus Abfällen Energie erzeugen oder für den Auf- und Ausbau der Energieversorgung mit erneuerbarer Energie.
Zu den konkreten Projekten, mit denen die Bundesregierung die Dienstreisen für 2017 ausgleicht, gehören: Effiziente Kochöfen in Sambia: Die Projektaktivitäten fördern den Vertrieb und die Installation energieeffizienter Kochöfen für private Haushalte in ländlichen Regionen Sambias, wo überwiegend mit Holz aus den dortigen Wäldern geheizt wird.
Biogas für Haushalte in Nepal: Dazu werden kleine, lokale Biogasanlagen errichtet, die zum Beispiel aus Ernteabfällen und Dung Energie erzeugen und damit Haushalte in ländlichen Regionen versorgen. Dies ist eine sinnvolle Alternative zur Holzfeuerung.

Durch beide Projekte werden weniger Wälder abgeholzt und die Menschen können rauch- und rußfrei, d.h. ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen kochen.
Das Umweltbundesamt ist mit der gesamten Abwicklung der Dienstreisekompensation von der Datenberechnung bis zum Aufkauf und der Stilllegung von Emissionsminderungsgutschriften beauftragt. Der Umfang der Emissionen ergibt sich aus den Dienstreisedaten 2017. Hierzu hat das UBA für sämtliche Dienstreisen die Wegstrecken per Flugzeug und die Kraftstoffverbräuche der Dienstwagen erhoben und die Treibhausgasemissionen berechnet. Für Flugreisen wurde der CO2-Ausstoß dreifach bewertet, um die höhere Klimawirksamkeit des Luftverkehrs zu berücksichtigen. Für Bahnreisen werden "Grüne Tickets" gebucht, die bereits keine CO2-Emissionen mehr aufweisen.
Das UBA bietet auf seiner Website einen Ratgeber zur freiwilligen Kompensation durch Klimaschutzprojekte an. Mit diesem Ratgeber gibt das UBA Informationen und Hilfestellungen, wie Emissionen durch Klimaschutzprojekte freiwillig kompensiert werden können.

Quelle: BMUB Pressemitteilung 250/18 vom 07.12.2018



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