Presseberichterstattung über Fußballnationalspieler („Käpt‘n Knutsch“)

21.02.2019

§§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 BGB; Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG; §§ 22, 23 KUG

Zu den Grenzen der Presseberichterstattung über das Privatleben eines Fußballnationalspielers

OLG Köln, Urt. v. 22. 11. 2018, Az. 15 U 96/18 (vorhergehend: LG Köln, Urt. v. 2. 5. 2018, Az. 28 O 340/17)

Zum Sachverhalt:

Die Onlineausgabe einer Boulevardzeitung hatte über einen Kurzurlaub des Spielers auf einer Yacht zusammen mit einer „unbekannten Schönen“ berichtet. Dabei hatte sie den Kläger u.?a. als „Käpt’n Knutsch“ bezeichnet und Fotos veröffentlicht, auf denen diese Frau und er sich küssen. Außerdem veröffentlichte sie Fotos des Spielers und seiner langjährigen Freundin im Zusammenhang mit einem Fußballländerspiel („Sie verzeiht ihm“). Der Spieler und seine Freundin nahmen die Zeitung vor dem Landgericht im Klagewege auf Unterlassung in Anspruch, nachdem ein solcher Anspruch durch das Landgericht bereits im einstweiligen Verfügungsverfahren gewährt worden war.

Das Landgericht hat der Klage in vollem Umfang stattgeben. Auf die Berufung der Beklagten hat das Oberlandesgericht das erstinstanzliche Urteil teilweise abgeändert und zwischen der Wort- und Bildberichterstattung unterschieden.

Aus den Gründen:

Die Berufung der Beklagten ist teilweise begründet. Die Kläger haben weder aus §§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 analog BGB i.?V.?m.?Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG noch aus einem anderen rechtlichen Gesichtspunkt einen Anspruch gegen die Beklagte auf Unterlassung der angegriffenen Wortberichterstattung.

Im Übrigen ist die Berufung der Beklagten jedoch unbegründet, da das Landgericht sie zu Recht zur Unterlassung der angegriffenen Bildberichterstattung verurteilt hat. […]


Quelle: SpuRt 2019, 31, beck-online




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